Genre: Musik
Entwickler: overplay
Publisher: Tivola
Release: 13. Februar 2009 Spielmodi: - Singleplayer - Multiplayer mit bis zu 4 Spielern - Download-Play Multiplayer mit bis zu 4 Spielern
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Mit Casting-Shows kann ich normalerweise überhaupt nichts anfangen. Wenn mir einer dieser Sendungen, die gefühlt eh schon den halben Sendeplatz blockieren, über den Weg läuft, schalte ich tunlichst auf das nächste Programm. Dennoch habe ich mir, natürlich vollkommen vorurteilsfrei, dieses Testmuster einverleibt. In
I wanna be a Popstar, geht es auch nicht um reines casten. Ihr schlüpft in die Rolle einer Girlgroup und möchtet euch natürlich nach ganz oben hochrackern. Etwas naiv übermittelt der Titel dabei den Eindruck, dass es nur ums reine musikalische Können geht. Aber gut, das ist als Vermittlung an die Zielgruppe sicherlich nicht zwangsläufig falsch.
Ihr startet nun also als Bandleader und sucht erstmal einen Avatar für euer Mädel aus. Letztlich spielt ihr hier aber nicht eine bestimmte Sängerin als Kopf einer Gruppe, sonder müsst spielerisch jeden Part und jedes Instrument beherrschen. Als Hauptteil wartet natürlich der Karrieremodus auf. Ihr startet quasi als Nichtskönner und habt bald euren ersten Gig auf dem Schulfhof vor euch. Nun geht es selbstredend erstmal ans Proben. Ihr solltet nun drei Instrumente plus eine Tanz-Einlage beherrschen, bevor es zum Auftritt geht. Besteht ihr diesen, geht es wieder zum Proben und dann zum nächsten Auftritt und so weiter und so fort, bis ihr vielleicht irgendwann den Haupt-Contest gewinnt und ganz groß rauskommt.
Soweit ist das Spielprinzip simpel. Für euren Gig bekommt ihr bei Bestehen auch einen Geldbetrag, denn ihr dann in neue Klamotten für euren Avatar stecken dürft. Die Auswahl ist allerdings überschaubar und somit ist das ganze eher als schmückendes Beiwerk zu sehen. Kommen wir also zum Hauptteil des Spiels, dem Musizieren. Zu jedem Auftritt gehört ein Lied, welches ihr vorher in den Proben trainieren müsst um es dann letztlich während der Show zu meistern. Nun geht es also an die Instrument und ihr müsst euch auf dem Keyboard, dem Schlagzeug, der Gitarre und im Tanz beweisen. Die Steuerung ist hierbei sehr gut umgesetzt worden. Entweder müsst ihr die Symbole antippen, oder mit dem Stylus vorgegebene Linien nachzeichnen. Die Abfrage geht im wesentlichen sauber vonstatten und erklärt sich von selbst. Beim Keyboard beispielsweise, habt ihr Sterne mit einer näher kommenden Umrandung. Berührt ihr die Umrandung, wenn sie das eigentliche Symbol tangiert, liegt ihr im Takt und bekommt dafür Punkte. Bei der Gitarre müsst ihr neben dem Tippen auf den Saiten, auch noch das Steuerkreuz in vorgegebene Richtungen drücken.
Bei der Steuerung und der grafischen Umsetzung haben die Entwickler von
overplay saubere Arbeit geleistet. Gut, die Optik ist etwas kindlich und der Schwierigkeitsgrad für einen gestandenen Gamer zu leicht. Aber denken wir an die Zielgruppe, die vor allem aus jüngeren Mädchen bestehen dürfte, die wohl noch nicht all zu viel gezockt haben. Ich muss sogar gestehen, dass der Ehrgeiz auch mich etwas gepackt hat, und es wirklich keine Qual war, solange zu spielen bis der Abspann erscheint. Das einzige wirkliche Manko des Titels ist die Musik als solches. Tivola, als kleiner Publisher, hat sich hier scheinbar gescheut viel Geld für Lizenzen auszugeben und so gibt es nur acht bekannt Songs, die allerdings auch nur als neu und günstig abgemischte Synthesizer- Melodie vorliegen. Diesbezüglich fehlt also deutlich ein Ohrwurm-Faktor, den der Titel durchaus verdient hat. Schade.
Kommen wir nochmal zur positiven Seite des Spiels: Habt ihr den Karrieremodus in beiden Schwierigkeitsgraden gemeistert, was schon einige Stunden in Anspruch nehmen sollte, könnt ihr neben dem freien Spielen der vorhandenen Titel, auch selber Stücke aufnehmen und komponieren. Dazu kann jede Instrumenten-Tonspur einzeln aufgenommen und dann übereinander gelegt werden. Das ist kinderleicht und ein nettes Gimmick. Zudem wurde auch an einen Multiplayer-Modus gedacht, um via DS eine richtige kleine Girlgroup bilden zu können.
Ein Titel der hält was er verspricht. Grafisch bekommt man bereits auf der Hülle zu sehen was einen erwartet. Wer sich davon begeistern lässt wird auch mit der Technik einverstanden sein. Das musizieren macht Spaß und ist motivierend gestaltet. Im Grunde ein schönes Spiel, welches aber zu wenig und oft schlecht abgemischte Songs beherbergt. Wem das wenig stört greift zu. Vielen Dank an Tivola für die Bereitstellung des Testmusters!